DigiBoost

Neues Landesförderprogramm zur Digitalisierung

IHK Info-Webinare zum Förderprogramm DigiBoost

Für die Antragsstellung des DigiBoost-Förderprogramms ist die Teilnahme an einem IHK Info-Webinar Voraussetzung. Die Webinare  der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen IHK finden seit Anfang März regelmäßig statt.
Verfügbare Termine werden laufend aktualisiert.
Zur Webinarteilnahme registrieren Sie sich unter “zur Anmeldung” auf der Plattform Eventure, dort können Sie den gewünschten Termin buchen und gelangen dann zum Webinar. Nach Beendigung des Webinars können Sie ebenfalls über die Eventure Plattform Ihre Teilnahmebestätigung herunterladen.

Termine:
10.05.2021, 14:00 – 15:00 Uhr – zur Anmeldung
21.05.2021, 09:00 – 10:00 Uhr – zur Anmeldung
27.05.2021, 10:00 – 11:00 Uhr – zur Anmeldung


weitere Termine folgen...

Ansprechpartner der IHKs in Rheinland-Pfalz

IHK Koblenz: Frederik Fein
IHK für Rheinhessen: Oliver Sacha
IHK für die Pfalz: Kathrin Bernatz
IHK Trier: Christian Kien

Was ist die DigiBoost-Förderung?

  • Das Förderprogramm DigiBoost unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, die digitale Transformation in ihren Betrieben erfolgreich voranzutreiben. Mittels Einsatz und Nutzung von digitalen Technologien sollen die Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Wirtschaft in Rheinland-Pfalz gestärkt werden.
  • Die Förderung erfolgt als Anteilsfinanzierung im Rahmen einer Projektförderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zu den förderfähigen Ausgaben.
  • Digitalisierungsvorhaben mit zuwendungsfähigen Ausgaben von weniger als 4.000 Euro werden nicht gefördert.
  • Die maximale Höhe des Zuschusses beträgt 15.000 Euro.

Wer wird gefördert?

  • Zuwendungsempfänger sind KMU, einschließlich der Angehörigen freier Berufe,
    • mit bis zu 100 Mitarbeitenden und einer Betriebsstätte in Rheinland-Pfalz,
    • die im Jahr vor der Antragstellung entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen EURO  oder einer Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Millionen EURO erzielt haben,
    • die nach der De-minimis-Verordnung förderfähig sind.
  • Die Förderquote orientiert sich an der Unternehmensgröße (gemessen an der Mitarbeitendenzahl im Sinne von Vollzeitäquivalenten). 
Mitarbeitendenzahl
<10
10,0 – 29,9
30,0 – 100,0
Förderquote
75 v. H.
50 v. H.
25 v. H.
  • Bei der Berechnung der Mitarbeitendenzahl sind folgende Faktoren anzuwenden:
    • Mitarbeitende bis 20 Stunden = Faktor 0,5
    • Mitarbeitende bis 30 Stunden = Faktor 0,75
    • Mitarbeitende über 30 Stunden = Faktor 1
    • Mitarbeitende auf 450 Euro Basis = Faktor 0,3.

Was ist Gegenstand der Förderung?

Gegenstand der Zuwendung ist die Förderung von Vorhaben zur Digitalisierung von Produkten, Dienstleistungen und Leistungsprozessen. Hierbei sollen auch die Erschließung neuer Märkte und Kundengruppen sowie die Entwicklung von neuen Geschäftsmodellen gefördert werden. Förderfähig sind in diesem Zusammenhang umfassende Digitalisierungsvorhaben, die durch einen Auftragnehmer durchgeführt werden. Der Auftrag umfasst die Entwicklung bzw. Weiterentwicklung digitaler Produkte, Dienstleistungen, Produktionsverfahren und Leistungsprozesse.

Welche Maßnahmen sind förderfähig?

Förderfähig sind die innerhalb des Bewilligungszeitraums anfallenden Ausgaben für Leistungen externer Auftragnehmer einschließlich der zur Umsetzung der Maßnahme notwendigen Hard- und Software für folgende Vorhaben:
  • Digitalisierung von Produktion und Verfahren
  • Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen
  • Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Vertriebskanälen.

Welche Maßnahmen sind nicht förderfähig?

Ausgeschlossen sind juristische und technologieorientierte Beratungen, Beratungen zur strategischen, wirtschaftlichen, organisatorischen und technischen Unternehmensführung sowie zum Produkt- und Kommunikationsdesign, die durch andere Förderprogramme bereits gefördert werden. Digitalisierungsvorhaben, die im Rahmen anderer Förderprogramme der Europäischen Union, des Bundes oder des Landes bereits gefördert werden, sind von der Förderung ausgeschlossen. Dies gilt nicht für Förderungen im Rahmen von Kredit-, Bürgschafts- oder Beteiligungsprogrammen.
Nicht förderfähig sind weiterhin:
  • Produkte und Dienstleistungen, die ausschließlich der Umsetzung gesetzlicher Vorschriften und nicht der unmittelbaren betrieblichen Prozessverbesserung dienen,
  • reine Ersatzbeschaffungen,
  • Finanzierungskosten, Ausgaben für die Beschaffung von Kapital (insbesondere Zinsen) sowie als Vorsteuer abziehbare/erstattungsfähige Umsatzsteuer,
  • Personalausgaben und Eigenleistungen des geförderten Unternehmens,
  • Standardsoftware und Standardhardware (einschl. Software as a Service, Cloud-Services) die der Einführung allgemein üblicher Standard- oder Basislösungen dienen,
  • IKT-Grundausstattung/Klassische Telefonie,
  • Leasing oder Mieten von Hardware, Software oder Software-Lizenzen,
  • Ausgaben für Standard-Webseiten oder -Webshops oder deren Optimierung ohne direkte/unmittelbare Integration in den Leistungsprozess,
  • Online-Marketing-Maßnahmen und reine Suchmaschinenoptimierung (Search Engine Optimierung).

Was ist Fördervoraussetzung?

Vor Antragsstellung sind spezifische Informationsangebote der Industrie- und Handelskammern, der Handwerkskammern oder der Landwirtschaftskammer in Rheinland-Pfalz wahrzunehmen. Die Teilnahme an einer solchen Informationsmaßnahme (Webinar) ist mit der Antragstellung nachzuweisen.
Zuwendungen werden nur für Digitalisierungsvorhaben gewährt, mit deren Durchführung nicht vor Antragstellung (Eingang des ausgefüllten Antragsformulars bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), Mainz) und Erteilung der Bestätigung durch die ISB, dass die Fördervoraussetzungen vorbehaltlich einer detaillierten Prüfung dem Grunde nach erfüllt werden, begonnen worden ist.
Die Gesamtfinanzierung des Digitalisierungsvorhabens muss gesichert sein.
Digitalisierungsvorhaben sollen innerhalb von zwölf Monaten, längstens jedoch 15 Monate nach Erlass des Zuwendungsbescheids abgeschlossen werden.
Die durch die Zuwendung geförderten materiellen und immateriellen Wirtschaftsgüter müssen mindestens drei Jahre nach Maßnahmenabschluss räumlich ausschließlich in der geförderten Betriebsstätte verbleiben, es sei denn, sie werden durch gleich- oder höherwertige Wirtschaftsgüter ersetzt. Das ersetzende Wirtschaftsgut ist nicht erneut förderfähig.

Wie erfolgt die Antragsstellung?

Eine Antragstellung erfolgt unter ausschließlicher Nutzung des elektronischen Kundenportals bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB).

Was genau kann im Rahmen der Digitalisierung von Produktion und Verfahren gefördert werden?

  • Digitalisierung der Wertschöpfungskette, Einführung digitaler Prozesse, Auftragsbearbeitung, Lieferverwaltung oder Warenwirtschaft. Beispiele:
    • Visualisierung von Maschinenbelegungen, Digitalisierung von Logistikprozessen und Warenmanagementsysteme, digitale Geräteverwaltung/Asset Management (z. B. Diebstahlsicherung), ERP & E-Procurement (automatisierte Schnittstelle für Warenbestände, Lieferlisten, Mengenangaben, Interaktion zwischen Einkäufer und Lieferant, automatisierte digitale Bewerbungsprozesse, Shopfloor-Management, Rechnungserfassung (Wareneingang,  Buchführung), vernetzte Endgeräte zur Erfassung der Wareneingängen.
  • Digital angebundene Maschinen und Integration mobiler Betriebsgeräte zur Steigerung von Effizienz und Qualität von Prozessen (Einbindung von cyber-physischen Systemen). Beispiele:
    • Integration mobiler Betriebsgeräte in die Produktion oder Leistungserbringung (z. B. digitale Vernetzung von Unternehmen und Baustelle und deren digitale Dokumentation), digitale Baustellenverwaltung, Implementierung von Drohnentechnologien, optische Erfassungssysteme, HMI-Terminals zur Maschinensteuerung und –überwachung (Mensch-Maschine-Schnittstelle), Qualitätskontrolle, -inspektion, Leitstand und Kommissionierung in der Intralogistik, Bedieneinheiten, Visualisierung und Parametrierung, Aktoren, eingebettete Systeme, Sensoren, (drahtlose) Netzwerkinfrastrukturen und Power over Ethernet, Rechen- und Speicherkapazitäten für Echtzeit-Datenverarbeitung und Datenbanken.
  • Produktions- und Ablaufsteuerung. Beispiele:
    • Produktionsmanagementsysteme (MES - Manufacturing Execution System), Maschinendatenerfassungslösungen, Betriebsdatenerfassungslösungen, Bau- und Werkstattmanagement.
  • Aufbau der Infrastruktur für die Erhebung und Analyse großer Datenmengen (Big Data-Anwendungen). Beispiele:
    • Netzwerkinfrastruktur (FCoE (Fibre Channel over Ethernet), iSCSI (internet Small Computer System Interface), FC (Fibre Channel)), Block-Storage-Systeme, Hadoop Serversysteme (Framework für skalierbare, verteilt arbeitende Software).
  • Aufbau und Ausbau innerbetrieblicher Glasfasernetze und die dazugehörigen Komponenten. Beispiele:
    • Glasfaser und Power over Ethernet (PoE), Netzwerkeinfrastruktur, Netzwerkkomponenten.
  • Einführung oder Verbesserung von Customer-Relationship-Management (CRM)- oder Enterprice-Resource-Planning (ERP)-Systemen bis hin zur vollumfänglichen Vernetzung (ausgenommen Software as a Service - SaaS). Beispiele:
    • Kundenbeziehungsmanagement-Software (CRM), ERP-Systeme (Branchensoftware), Controlling, Personalwirtschaft, Materialwirtschaft, Product-Lifecycle-Management (PLM), Dokumentenmanagementsysteme (DMS), Beseitigung von Medienbrüchen durch Digitalisierung, Automatisierungssoftware, Verbesserung von physischen Produktionssystemen und digitalen Managementsystemen durch Vernetzung und Kommunikation mit der virtuellen digitalen Welt, CAD/CAM  (sofern diese über handelsübliche CAD/CAM-Lösungen hinaus geht und für den Betrieb speziell konfiguriert werden muss), Rechnungswesen, Mahnwesen, Buchhaltung, Kennzahlübersicht, Schnittstellen für mobiles Arbeiten, Personalmanagement, Produktionsplanungssoftware.
  • Einführung von Predictive Maintenance Anwendungen (intelligente Wartung). Beispiele:
    • Lösungen zu Condition-Monitoring und Diagnostik von Schnittstellen.
  • Einbindung additiver Fertigungsverfahren in die Wertschöpfungskette. Beispiele:
    • Prototypenfertigung durch 3D-Druck mit einer vollintegrierten Einbindung im Produktionsablauf, 3D-Scanner/Kamera, individuelle Anpassung von Software.

Was genau kann im Rahmen der Digitalisierung von Produkten und Dienstleistungen gefördert werden?

  • Einführung von IoT-Lösungen (Internet der Dinge). Beispiele:
    • Sensorik, IoT (Internet of Things), RFID Technologie (Radio-Frequency Identification Tags, Gates etc.), Beacons und Trackingsysteme, Professionelle Systeme zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung, Vernetze Maschinen im physischen Geschäft, Überwachungskameras mit Personenzählung oder Luftqualität, virtuelle  Planungssysteme, DECT-Infrastruktur (Digital Enhanced Cordless Telecommunications), HVAC-Systeme, Customer Journey Systeme, IoT-fähige Gastrogeräte, Digital Signage, Smart Shelf, MDE Computer (Maschinendatenerfassung), RFID Tags und Scanner, Barcode & QR (Quick  Response) Scanner, Datenlogger (Temperatur usw…).
  • Infrastruktur für mobiles Arbeiten. Beispiele:
    • Leistungsstarke Serverkapazitäten (Virtualisierung), optische Netzwerkinfrastruktur, Power over Ethernet (PoE), Smart Cards, Sicherheitstoken, vollintegrierte mobile Kassensysteme.
  • Aufbau eines professionellen, individuell programmierten Onlineshops (Schaffung von E-Commerce-Strukturen). Beispiele:
    • Online Konfigurator mit Verknüpfung, z. B. zu Lagerhaltung oder Vertrieb, Digitale Aftersales (für Onlinebewertungen), individuelle E-Commerce-Systeme, Nutzung/Schaffung digitaler Marktplätze, Einführung professioneller Webshops (kein Webbaukasten), Digitale Bestellsysteme in der Gastronomie, interaktive Chatbots mit Bestellfunktion, vollintegrierte Online Shops.
  • Schaffung und Optimierung von digitalen Kundenschnittstellen. Beispiele:
    • Customer Experience Tools, Co-Creation und Customization Tools, Digital Concierge, Digital Check-In, Digitale Gästemappe, vernetzte Kiosks, digitale Preisauszeichnung, elektronische Preisschilder.
  • Einführung von professionellen IT-Sicherheitslösungen. Beispiele:
    • Umsetzen eines auf das Unternehmen angepassten IT- und/oder Datensicherheitskonzepts inkl. Abnahme, Reduzierung der Gefahr des Ausfalles der IT, Endpoint Protection, Firewall mit Einbau und Konfiguration, Sandboxing, Monitoring, Infrastruktur.

Was genau kann im Rahmen der Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Vertriebskanälen gefördert werden?

  • Aufbau und Optimierung von digitalen integrierfähigen Plattformen (z. B. Online-Shops oder zur Online-Kundeninteraktion). Beispiele:
    • individuell programmierte Online-Shops, Online-Terminvergabe, E-Commerce-Systeme, Nutzung digitaler Marktplätze, Initialisierungsaufwand für die Nutzung von Cloud-Technologie, Einführung professioneller Webshops, Einführung neuer Funktionalitäten zur Kundeninteraktion, Programmierung und Einführung neuer Funktionalitäten zur Kundeninteraktion im Webauftritt, Intergration von eServices, digitales Gästemanagement (Tischreservierung, Bestellaufnahme, Kontaktnachverfolgung).
  • Software- / App-Entwicklung im Zusammenhang mit einem neuen Produkt oder einer Dienstleistung. Beispiele:
    • App zur Kundeninteraktion, individualisierte Programmierung von neuen Funktionalitäten für Apps, Webseiten und Produkte (Produktkonfiguration, VR-/AR-Schnittstellen…), Chatbots, virtuelle fotorealistische Produktpräsentation, Hard- und Software zur Konstruktion/Simulation von virtuellen Ausstellungen, Individualisierte Programmierung und Beauftragung.
  • Einführung datenbasierter oder digitaler Kundeninteraktion. Beispiele:
    • Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI), Aufbau von Datenbanken für KI-Anwendungen, Nutzung von Blockchain-Technologien, Aufbau von Kundenanalysedatenbanken, Automatisierte Interaktion mit dem Kunden (z. B. Erinnerung an Wartungstermine, Produktkonfiguration-Tools, VR-/AR-Schnittstellen, Chatbots, Bestellmonitore in der Gastronomie, individualisierte Software zur virtuellen Produktpräsentation Entwicklung von datenbasierten Dienstleitungen, Virtuelle Showrooms, Chatbots, AR/VR Produktkonfiguration).
  • Integration digitaler Workflows mit Lieferanten und Kunden. Beispiele:
    • Online-Konfiguratoren, Konfiguration eines kontaktlosen Bezahlsystems, Etikettenscanner, Barcodedrucker, Digitale Signaturen, Digitale Rechnungen (ZUGFeRD), digitale Personalplanung.

Wie erfolgt die Auszahlung der Fördergelder?

Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt in einer Summe nach Vorlage des Verwendungsnachweises. Der Verwendungsnachweis ist spätestens drei Monate nach Projektende unaufgefordert über das Kundenportal der ISB einzureichen.

Wie erfolgt der Verwendungsnachweis?

Der Verwendungsnachweis besteht aus einem Sachbericht, einem zahlenmäßigen Nachweis, in dem Ausgaben entsprechend der Gliederung des Finanzierungsplans summarisch zusammenzustellen sind sowie digitalen Belegkopien.
Mit dem Verwendungsnachweis ist die Einhaltung aller für das Vorhaben einschlägigen Bestimmungen durch den Zuwendungsempfänger zu erklären.
Der Antragsteller erklärt sich zudem damit einverstanden, dass im Einzelfall alle Informationen, die nötig sind, um die Angaben im Verwendungsnachweis zu überprüfen, der überprüfenden Stelle bekannt gegeben werden.
Die Prüfung, einschließlich Änderung und Aufhebung von Zuwendungsbescheiden, obliegt der Bewilligungsstelle.